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Laufbericht von Helen Kamp:
Samstag, 22.09.01 11:30 Uhr, plötzlich faselt mein Papa was von Jogger fertig machen. Oh. dachte ich mir, will er ihn also endlich mal reinigen. Doch weit gefehlt, wie sich nachher rausstellte, hat er nur überflüssigen Kram entfernt und die großen Reifen aufgezogen, was sollte das denn nun wieder bedeuten? Dann wurde es hektisch, rein in die Klamotten und dann in die doofen Autositze. Ih, wo er doch weis, dass ich kein Autofahren vertrage. Wenigstens ist mein Bruder bei mir, da hab ich jemanden zum quatschen. Die Strecke kenn ich ja gar nicht, wo will der mit uns hin? Na wenigstens dauert die Fahrt gerade mal eine halbe Stunde und dann ging's raus aus den Sitzen und rein in den Jogger und das in einer Gegend voller Bäume und Wiesen und bei schattigem Herbstwetter. Doch was macht er denn jetzt wieder, da ist so ein Pavillion, da redet er irgendwas mit einem anderen Erwachsenen und kriegt ne Nummer verpasst. Davon hab ich ihn schon reden gehört, immer wenn er so eine Nummer hat, will er danach ganz schnell laufen. So, jetzt schauen wir uns die Gegend an, schöne breite Wege, keine Pfützen, keine Autos, schöne Strecke. Da wo er die Nummer bekommen hat stehen lauter nette Menschen rum, zwei davon erzählen später noch ganz viel über ein Mikrophon. Aber was ist das, er fährt uns wieder zum Auto, der will doch nicht etwa kneifen? Nein, er holt nur Stärkung für uns, Fütterzeit. Essen an der frischen Luft ist prima. Jetzt noch ein Verdauungsschläfchen mit Schunkelei, das wäre toll. Er tut uns den Gefallen und stellt sich mit rund 90 anderen Menschen hinter einer Linie auf, manche sehen richtig lustig aus, die haben Federbälle auf dem Kopf. Dann setzt sich alles in Bewegung. Papa fährt ganz vorsichtig hinterher. Nachdem alle in Bewegung sind wagt er die ersten Zickzacksprünge in Lücken die sich vor ihm auftun, ist richtig lustig. Rechts von uns ist Wasser zu sehen, das ist wohl der Adenauer Weiher. Dank der teilweise sehr breiten und glatten Wege kommt Papa gut voran, gerade mal 5 Minuten unterwegs und er kann sein Bestes geben, hui, wie die Bäume an uns vorbei ziehen. Die Abstände zwischen den Läufern sind schon recht groß, so das wir jetzt nicht mehr nur auf die Mitläufer achten müssen, sondern die tolle Strecke genießen können. Hups, Papa hat nicht aufgepasst, da war doch ne dicke Bodenrille und der rast einfach drüber, so das wir einen Satz nach oben machen, das muss aber in der nächsten Runde besser werden! Nette Menschen haben Sägespäne zu Pfeilen auf dem Weg geformt und an vielen Stellen kriegen wir noch von Helfern gezeigt wo es lang geht, da kann selbst Papa sich nicht verlaufen. Jetzt stehen plötzlich wieder mehr Leute am Rand, unter anderem auch noch Zwillinge von 14Monaten, die hier ihre Mama anfeuern und uns bestimmt auch die Daumen drücken. Jetzt kommen wir da vorbei, wo wir losgelaufen sind, die Leute klatschen alle, aber irgendwie klingt das anders als bei "BackeBacke-Kuchen", Papa scheint es zu gefallen, er hupt ein paar mal. Er sagt uns, dass wir diese Runde jetzt noch 3 mal laufen. Na ja, dann kann ich ja jetzt einschlafen, Marvin, mein Bruder, schläft schon. Doch nach 41 Minuten ist der Spaß von 10km schon zu ende, Sauerei, der hätte ruhig noch ne Runde laufen können. Papa schlürft sich jetzt Wasser und Tee rein, Kuchen hätte er auch haben können, sah alles sehr lecker aus. Nachdem Papa warme Sachen angezogen hat, stellt er die Sitze wieder von Liege in Sitzposition, damit wir auch alles mitkriegen, denn jetzt folgt noch eine witzig moderierte Tombola mit vielen Preisen und etwas später die Siegerehrung. Wir sind übrigens auf dem 5. Gesamtplatz gelandet. Ganz viel Spaß hatten wohl auch die PaarläuferInnen, auch da gab es jede menge strahlender Gesichter und viele lagen sich in den Armen. Und dann wurden auch noch wir nach vorne gerufen. Papa nahm einen Sonderpreis entgegen. Wir haben nicht rausgefunden, ob der Preis für Papa war, weil er so schön gelaufen ist, oder für uns, weil weil wir ihn so gut unterstützt haben. Auf jeden Fall war es ein tolles Erlebnis und es hat riesigen Spaß gemacht und Papa wird versuchen, dass wir auch nächstes Jahr wieder dabei sind.
liebe Grüsse Helen
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